Kann man die Seele an ein Computerspiel verlieren?
Die Frage ob Computerspiele süchtig machen können beschäftigt mehr und mehr auch die Wissenschaft. Verschiedentlich fordern Politiker sogar schon sogenannte Suchtwarnungen, die man von Zigaretten her kennt, auch auf Computerspielen anzubringen. Tatsächlich haben verschiedene Studien ergeben, dass vor allem Jugendliche sehr viel Zeit mit Computerspielen verbringen. So verbringt jeder zehnte 15jährige mehr als zehn Stunden pro Tag vor dem Computer.
Besonders Rollenspiele bergen hohe Suchtgefahren
Wenn man den Psychologen glauben darf, bergen besonders online Rollenspiele ein erhöhtes Suchtpotenzial. Wer sich täglich eine lange Zeit in den online Welten aufhält, der droht irgendwann den Hang zur Realität zu verlieren. Der Spieler lebt sozusagen ständig in zwei Welten. So droht irgendwann die Gefahr, dass nicht mehr zwischen Spiel und Realität unterschieden werden kann. Der Spieler verliert sozusagen eine Seele an das Spiel. In asiatischen Ländern, wo der Spielekonsum noch weit höher als in Deutschland ist, gibt es mittlerweile eine große Anzahl von Kliniken, die sich speziell um solche Jugendliche kümmern.
Woran lässt sich eine Sucht erkennen?
Laut Experten ist das Verhalten eines Spielsüchtigen mit dem jedes anderen Abhängigen zu vergleichen. Es besteht ein ständiger Drang am Computer zu spielen. Zudem lassen sich die eigenen Entscheidungen nicht mehr selbst kontrollieren. Der Spieler kann keine eigenständige Entscheidung mehr treffen mit dem Spielen aufzuhören. Die typischen Erkennungsmerkmale sind dabei eine ständige Unruhe, Nervosität sowie Schlafstörungen, sobald man nicht am Computer sein kann. Außerdem vernachlässigt der Spieler sichtbar alle seine anderen bisherigen Interessen. Freunde und Schule bzw. Arbeit werden zur Nebensache und das Spielen rückt in den Mittelpunkt des eigenen Lebens. Die Toleranzgrenze wird fortlaufend und regelmäßig erhöht, was bedeutet der Spieler verbringt immer mehr Zeit am Computer.
Ab wann kann man wirklich von einer Sucht sprechen?
Psychologen sprechen dann von einer Sucht bzw. Abhängigkeit, wenn der Computerspieler das Spielen nicht mehr wegen des ursprünglichen Zwecks spielt. Das bedeutet, er spielt nicht mehr, weil es ihm Spaß macht, sondern um der Realität zu entfliehen. Durch das ständige Computerspielen sollen negative Gefühle unterdrückt und Stress abgebaut werden. Sobald das Gehirn registriert, dass negative Gefühle durch das Spielen am Computer verschwinden, wird es dies merken und den Computerspieler entsprechen leiten. Dies ist besonders für Kinder sehr gefährlich, da diese dadurch nicht lernen sich mit den eigenen Gefühlen zu beschäftigen. Irgendwann wird das Computerspielen zur einzigen und alles bestimmenden Tätigkeit. Die eigenen Gedanken und das Verhalten werden nur noch durch das Computerspiel bestimmt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss man von einer Sucht sprechen.
Welche Arten der Therapie sind möglich?
Ist die Spielsucht erst einmal bekannt, dann kann sie auch gut behandelt werden. Wichtig ist hie vor allem, dass man sich professionelle Hilfe durch einen Psychologen sucht. Eine Therapie wird hier in der Regel mit verhaltenstherapeutischen Mitteln erfolgen. So soll der Betroffene zunächst einmal mit Hinblick auf seine Sucht sensibilisiert werden. Gleichzeitig wird versucht das Computerspeilen Schritt für Schritt zu reduzieren. Dem Patienten werden während der Therapie Möglichkeiten aufgezeigt, mit welchen anderweitigen Mitteln er Stress abbauen kann. Als Ziel soll erreicht werden, dass der Spielsüchtige beim Auftreten einer Stresssituation nicht zum Computer greift, sondern den Stress alternativ abbaut. Viele Eltern begehen in dieser Situation den Fehler und verbieten ihren Kindern völlig den Umgang mit dem Computer. Der Jugendliche wird daraufhin vermutlich versuchen, einer Sucht auf anderem Wege nachzugehen. Abgesehen davon ist in der heutigen Zeit ein Leben ohne Computer gar nicht mehr möglich. Der Betroffene wird also immer mit Computern in Kontakt kommen. Deshalb verläuft eine Therapie nur dann erfolgreich, wenn Sie den Betroffenen aktiv daran beteiligt. Aus diesem Grunde werden bei einer Therapie für Jugendliche auch immer die Eltern mit einbezogen. Dadurch wird die Gefahr von eventuellen Rückfällen deutlich gemindert.
